
Wer in letzter Zeit in der Egger Bücherei gestöbert hat, dem sind sie sicherlich aufgefallen: Die Kleiderstangen voller schöner Dinge, die dazu einladen, sich völlig kostenlos etwas Passendes auszusuchen und dem Kleidungsstück so ein zweites oder drittes Leben zu schenken. Umgekehrt ist es möglich, ja sogar erwünscht, Kleidungsstücke (selbstverständlich gereinigt und bestens erhalten) aus dem eigenen Schrank, die man selbst nicht (mehr) trägt, auf dem Kleiderständer aufzuhängen und so einen anderen Menschen glücklich zu machen. Wozu das alles?
· Weil KonsumentInnen in Europa durchschnittlich 60 Kleidungsstücke pro Jahr kaufen, in Deutschland und Österreich sind es wesentlich mehr. Ein Party-Top wird durchschnittlich nur 1,7-mal getragen!
· Weil nur 1 bis 2 Prozent der 70 Tonnen (!) Altkleidung, die allein in Vorarlberg pro Woche entsorgt werden, in einem Carla-Laden landen.
· Weil nur 1 Prozent des Verkaufspreises eines T-Shirts an die HerstellerInnen geht – vorwiegend sind das Frauen und Kinder, die oft unter widrigsten Bedingungen Kleidung nähen und mit dem Verdienst die Kosten für einfachste Grundbedürfnisse in ihrer Heimat nicht decken können.
· Weil die Herstellung von Textilien Unmengen an Wasser benötigt: Allein um ein einziges Baumwoll-T-Shirt herzustellen, werden bis zu 2700 Liter Wasser verbraucht. Das ist die Menge an Trinkwasser, die eine Person in 2,5 Jahren benötigt.
· Weil die Textilindustrie global mehr Emissionen verantwortet als die internationale Luftfahrt und Seeschifffahrt zusammen.
Deshalb trage auch DU zu einem achtsamen Umgang mit den wertvollen Ressourcen bei und mach mit beim Kleidertausch-Projekt, das vorläufig noch bis Ende Oktober läuft!
Zusätzlich gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten, den fatalen Auswirkungen der Textilindustrie auf Mensch und Umwelt entgegenzuhalten und bewusst Widerstand gegen die Fast-Fashion-Mentalität zu leisten:
· Achte beim Kleiderkauf darauf, wie die Mode produziert wurde. Das GOTS-Zertifikat (Global Organic Textile Standard) überprüft die gesamte Lieferkette vom Anbau bis zur Näherei und ist ein Nachweis dafür, dass ein Produkt strengen Umwelt- und Sozialstandards entspricht. Auch bei uns haben mittlerweile einige Geschäfte GOTS-zertifizierte Produkte im Sortiment. Traue dich, nachzufragen!
· Kaufe hochwertige (Marken-)Kleidung Second Hand: Ob Laden, Tauschbörsen, Vintage-Onlineforen – du schenkst Kleidung ein zweites/drittes Leben, sparst Geld, kreierst einen eigenen Look, usw. Auch im Bregenzerwald gibt es mittlerweile einige tolle Möglichkeiten, Frauen- und Kinderkleidung gebraucht zu kaufen.
· Werde kreativ und verwandle alte Kleidungsstücke durch Up-Cycling in neuwertige, trendige Lieblingsteile.
· Verlängere die Lebensdauer von Kleidung, indem du Beschädigungen selbst flickst bzw. in textilen Reparaturwerkstätten/Reparatur-Cafés flicken lässt.
· Schließe dich dem Trend „Capsule Wardrobe“ an, unter dem die Kombinationsmöglichkeit weniger ausgewählter Kleidungsteile miteinander verstanden wird. Der Fokus liegt auf der Auswahl von einigen ausgewählten hochwertigen Basics, mit denen sich eine reduzierte aber stilvolle Auswahl an Kleidungsstilen kreieren lässt.
Lasst uns gemeinsam ein Zeichen setzen …
… ein Zeichen gegen übermäßigen Konsum & Ausbeutung
… und ein Zeichen für Nachhaltigkeit.
Die „Kleidertausch“-Projektgruppe der e5 Teams Egg und Andelsbuch

am 24. April 2026 bei herrlichem Frühlingswetter beim Bienenhaus - hier einige Fotos und Eindrücke ...